Aktuelle Neuzugänge
Auf Wiedersehen GALLIE, willkommen SHAINA, hieß es am 10. November bei den Sudangeparden. Nachdem die Zucht mit der Katze GALLIE, die wir im Dezember 2008 gemeinsam mit dem Kater FAREED aus dem Safaripark Beeksebergen in Holland übernommen hatten, nicht gelang, entschied sich die Zooleitung in Absprache mit dem Koordinator des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) dafür, einen „Katzentausch“ vorzunehmen. Und so reiste GALLIE in den Zoo von La Palmyre in Frankreich, aus dem wir im Gegenzug die dreieinhalbjährige Katze SHAINA erhielten. Im Hinblick darauf, bei der Zucht dieser stark bedrohten Geparden-Unterart in Menschenobhut möglichst unverwandte Tiere miteinander zu kreuzen, um die genetische Vielfalt zu erhalten, passt SHAINA gut zu unseren beiden Katern FAREED und TUNGARO. Wie die Tiere sich untereinander verstehen bleibt abzuwarten, und es gilt, die Daumen zu drücken. SHAINA soll jetzt natürlich erstmal in Ruhe ihre neue Umgebung und das Handling in Landau kennen lernen, scheint sich aber bereits jetzt schon sehr wohl zu fühlen.
Nach dem Tod der Emuhenne ELVIRA gibt es zwei neue Bewohner im Australienteil. Aus dem Zoo der Minis in Aue haben wir bereits Ende September zwei im Frühjahr 2011 geschlüpfte Junghähne übernommen. Zur Eingewöhnung wurden die Beiden zunächst in einem Absperrgehege gehalten, inzwischen sind sie aber auf der Anlage zu sehen. In Anlehnung an eine andere bekannte Männer-Wohngemeinschaft erhielten die beiden Tiere kurzerhand die Namen ERNIE und BERT.
Außerdem haben wir ganz aktuell aus dem Zoo Hannover einen Kängurubock, geboren im Frühjahr 2011, und von der Wildtier- und Artenschutzstation in Sachsenhagen, einer engen Kooperationseinrichtung des Zoo Landau, ein neues Jemen-Chamäleon übernommen.
Wichtiger Neuzugang bei den Weißscheitelmangaben
Nach dem Tod unserer weiblichen Weißscheitelmangabe PILONGA im Juli diesen Jahres wurde Kontakt mit der Zuchtbuchführerin und Koordinatorin des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) aufgenommen, die schnell ein weiteres Weibchen finden konnte, das genetisch zu unserem Zuchtmännchen CHARLES passt und seit dem 20. Oktober unsere Zuchtgruppe erweitert. Es handelt sich um das 2008 geborene Weibchen CONCHITA, das aus dem Zoo in London zu uns nach Landau gekommen ist. CONCHITA hat übrigens Landauer Wurzeln, ihre Mutter ist das im August 2001 in Landau geborene Weibchen LEONIE, das 2006 an den Zoo in London abgegeben wurde. Auf dem Flug und während der Eingewöhnung bei uns wurde CONCHITA von ihrer langjährigen Tierpflegerin begleitet. Diese konnte sich gleich von der positiven Reaktion des Neuankömmlings auf ihr Gehege, die neuen Tierpfleger und vor allem auch ihre neuen Gruppenmitglieder überzeugen. CONCHITA schien sich von Anfang an wohl zu fühlen, war sehr entspannt und da alle Kontakte mit CHARLES und dem zweiten Weibchen LOULIE am Gitter sehr positiv verliefen, konnten die drei Tiere bereits nach wenigen Tagen vergesellschaftet werden. Es gab keinerlei Aggressionen zwischen den Tieren, man kann gegenseitige soziale Fellpflege zwischen allen Individuen beobachten und vor allem CHARLES ist an seinem neuen Weibchen sehr interessiert! Jetzt gilt es, die Daumen zu drücken, dass dieses neue Paar dazu beitragen wird, diese stark bedrohte und selten gehaltene Affenart in Menschenobhut zu erhalten.
Erfolgreiche Familienzusammenführung
Bereits im August 2010 hatten wir zwei junge Pinselohrschweine aus dem Zoo Breslau erhalten, die im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) nach Landau kamen. Den beiden jetzt gut eineinhalbjährigen Damen fehlte allerdings noch der passende Eber. Auch der war vom Koordinator der Programms schnell gefunden, allerdings verhinderten winterliche Temperaturen und Straßenverhältnisse einige Zeit den Transport des Tieres aus dem Zoo Valencia nach Landau. Doch am 4. März war es dann soweit, der im August 2007 geborene stattliche Eber kam unbeschadet nach dem langen Transport bei uns an. Für den einen oder anderen Schmunzler sorgte zunächst der Name „Salami“, der dann kurzerhand in „Salam“ (arabisch für „Frieden“) umgeändert wurde. Nach ein paar Tagen in Stall und Vorgehege wurde Salam inzwischen auch schon mit den beiden Damen zusammengelassen, das Kennenlernen verlief erfreulich ruhig. Mit diesem neu zusammengestellten Trio hält der Zoo Landau augenblicklich eines der genetisch wichtigsten Zuchtgruppen der europäischen Population. Jetzt heißt es nur noch Daumendrücken, dass sich die drei nicht nur gut verstehen, sondern auch bald für den gewünschten Nachwuchs sorgen!Watussi-Kuh MAWA macht das Rindertrio wieder komplett
Kurz vor Weihnachten 2010 erhielt der Zoo Landau eine noch junge Watussi-Kuh aus dem Zoo in Augsburg. Damit ist das übliche Rindertrio, welches schon lange mit den hübschen afrikanischen Pinselohrschweinen auf einer Anlage vergesellschaften ist, wieder komplett. Diese extrem langhörnigen Rinder werden vom Hirtenvolk der Watussi auch heute noch zu religiösen Zwecken, ohne Rücksicht auf wirtschaftliche Nutzung, gezüchtet. Neben der Milch wird auch gerne das frische Blut, welches man durch einen Aderlass aus der Halsvene entnimmt, getrunken. Die Schlachtung der Tiere zur Fleischgewinnung spielt nur eine sehr geringe Rolle. Watussiherden, die den Reichtum der Hirten darstellen, sind jedoch im knappen Weideland Nahrungskonkurrenten für dort lebende Wildtiere.
Igeltanreks sind zwar hübsche und durchaus interessante Tiere, durch ihre nächtliche Lebensweise für den Zoobesucher im Landauer Warmhaus aber leider nicht sehr attraktiv. Als sich eine Gelegenheit bot, unser Pärchen in gute Hände abzugeben, wurde zugegriffen und die lange schon in den Köpfen vorhandene Idee, das frei gewordene Terrarium in ein Zwergmausgehege umzuwandeln, in die Tat umgesetzt. Seit dieser Woche sind insgesamt 11 der Winzlinge, die aus der Nachzucht des Tierparks Nordhorn stammen, im Warmhaus zu sehen. Und schon ist Leben im Terrarium, und es lässt sich sehr schön beobachten, wie die Tiere ihr neues Zuhause erkunden und in Besitz nehmen. Die Eurasische Zwergmaus (Micromys minutus) zählt mit einem Gewicht von nur fünf bis sieben Gramm zu den kleinsten Säugetieren der Welt. Sie bewohnt hochstehende Wiesen, Schilfgürtel, im Sommer auch Getreidefelder in fast ganz Mittel- und Osteuropa. Mit ihren weit spreizbaren Zehen und ihrem Greifschwanz ist sie ein perfekter Halmkletterer. Sogar die Brutnester, kunstvolle, kugelige Bauten, werden in bis zu 80 cm Höhe an festen Halmen durch geschicktes Verweben von Gräsern angebracht. Ein so kleines Tier wie die Zwergmaus hat einen hohen Energieverbrauch und damit einen hohen Nahrungsbedarf. Zwergmäuse leben in ihrem natürlichen Lebensraum weitgehend einzelgängerisch. Unter „luxuriösen“ Zoobedingungen, wo Futter in verschwenderischer Fülle vorhanden ist, lassen sich die Mäuse aber auch in Gruppen halten. Nur zu eng mögen es die Kleinen nicht, so dass Nachzuchten immer rechtzeitig abgegeben werden müssen.
Ein neuer Mann im Haus
Seit dem altersbedingten Tod unseres alten Weißscheitelmangabenmannes NUONG im Dezember 2008 waren die beiden Weibchen PILONGA und LOULIE ohne männlichen Gefährten. Dabei war ein „genetisch passender“ Ersatz für Nuong von der Koordinatorin des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) schnell gefunden. Der Transfer des Tieres nach Landau gestaltete sich allerdings etwas schwierig und langwierig. Denn der vorgesehene neunjährige Mangabenmann CHARLES lebte im Zoo in Accra in Ghana. Für das Erhaltungszuchtprogramm ist Charles aber ganz besonders wertvoll, weil er als beschlagnahmter Wildfang mit den europäischen Tieren nicht verwandt ist und so „neues Blut“ in die sehr kleine Zoopopulation bringen soll. Eine Importgenehmigung im Rahmen des EEP für einen Vertreter einer der weltweit am meisten bedrohten Affenart zu erhalten war weniger das Problem, als die vielen tierseuchenrechtlichen Auflagen zu klären und vor allem – womit zunächst niemand gerechnet hätte – eine Fluggesellschaft zu finden, die bereit war, den Affen auszufliegen. Doch am 17. Oktober war es dann soweit, Charles konnte am Flughafen Amsterdam wohlbehalten in Empfang genommen werden. Allerdings stand noch eine sechswöchige Quarantänezeit an, bevor er seine beiden neuen Damen kennen lernen durfte. Die Zusammengewöhnung der drei Tiere ging erfreulich reibungslos über die Bühne, und man kann fast von Liebe auf den ersten Blick sprechen. Bereits nach kurzer Zeit wurde Charles von beiden Weibchen akzeptiert und hingebungsvoll „gegroomt“ (siehe Foto). Wir sind alle sehr erleichtert, dass sich die Tiere so gut verstehen, und nun müssen nur noch die Daumen gedrückt werden, dass wir in naher Zukunft an einen früheren Nachzuchterfolg anknüpfen können und die Landauer Gruppe wieder ihren Teil zur Erhaltung dieser seltenen Affenart in Menschenobhut beitragen wird. Madagassische Neuzugänge aus Österreich
Die quirligen Kattas mit ihrem kuscheligen Fell, dem niedlichen Gesicht mit den Fledermausohren und dem charakteristischen schwarz-weiß geringelten Schwanz gehören zu den absoluten Publikumslieblingen in Zoos. Nicht so ganz einfach für den normalen Zoobesucher ist jedoch die Einordnung dieser Tierart – ein Affe oder doch vielleicht eher ein kleiner Bär? Kattas sind Lemuren, zählen unter der Primaten zu den Feuchtnasenaffen (früher auch Halbaffen genannt) und damit zu den eher ursprünglichen Vertretern dieser Gruppe. Von den „echten Affen“ unterscheidet sie unter anderem der namengebende feuchte Nasenspiegel, Nachtaktivität bei den allermeisten Arten, eine Putzkralle und ein weniger hoch entwickeltes Gehirn. Lemuren sind auf Madagaskar endemisch, das heißt, sie kommen nur auf dieser Insel und nirgends sonst auf der Welt vor. In der Abgeschiedenheit der Inselwelt haben sich eine Vielzahl unterschiedlichst aussehender Arten herausgebildet. Ihren Namen erhielten die Lemuren aufgrund ihrer Nachtaktivität von den römischen Totengeistern (Lemures) – wer einmal den markerschütternden Schrei eines Lemuren gehört hat, der weiß, warum die Verbindung zur Geisterwelt hergestellt wurde! Seit dem 22. Oktober beherbergt der Zoo Landau im ehemaligen Totenkopfaffenstall eine fünfköpfige Gruppe, die wir vom Zoo Salzburg übernommen haben. Ein besonderer Besuchermagnet sind sicherlich die beiden erst im Juni diesen Jahres geborenen Jungtiere, die zwar noch klein, aber schon ziemlich selbständig sind. Nur bei vermeintlicher Gefahr flüchten sie sich noch auf den sicheren Rücken ihrer Mutter. Zwei mit der Mutter unverwandte Halbbrüder vervollständigen die Gruppe, die hoffentlich im Laufe der Zeit wachsen wird. Vorübergehend werden sich die Kattas das Außengehege mit den Aras und Totenkopfaffen teilen. Neuzugänge bei den Pinselohrschweinen
Nach dem altersbedingten Tod des Pinselohrschweinebers TOGO im vergangenen Winter musste unser Zuchtweibchen YALA zunächst mit den Watussirindern als Gesellschaft vorlieb nehmen. Da sie aus einer in der europäischen Zuchtpopulation bereits gut vertretenen Linie stammt, war es für den Zuchtbuchführer und Koordinator des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) nicht ganz einfach, für sie einen neuen, genetisch passenden Zuchteber zu finden. Jetzt ist er fündig geworden, und YALA hat seit 31. Juli ein neues Zuhause mit passendem Partner im Haustierpark Reutemühle in Überlingen am Bodensee gefunden. Transport und Eingewöhnung gingen erfreulicherweise problemlos über die Bühne! Das Gemeinschaftsgehege von Watussis und Schweinen blieb allerdings nicht lange „schweinelos“. Bereits wenige Tage später trafen zwei knapp einjährige Pinselohrschweindamen aus dem polnischen Breslau in Landau ein. Die Geschwister waren zunächst noch etwas schüchtern, gewöhnen sich nun aber langsam an die neue Anlage und ihre Mitbewohner. Bei den beiden Neuzugängen handelt es sich, als Nachzuchten eines vor kurzen aus dem amerikanischen Zuchtprogramm nach Europa importierten Ebers, um genetisch ganz besonders wertvolle Tiere, und sicherlich wird sich auch bald ein neuer Eber im EEP für sie finden.
Die Ankunft der beiden Sibirischen Tiger im Zoo Landau in der Pfalz am 28. Januar 2010 wird in der Stadt Landau und in der Region mit sehr großem Interesse verfolgt. An der von der Zeitung RHEINPFALZ ausgerufenen Aktion zur Suche eines Namens für die Tigerkatze beteiligten sich über 170 Leser! Mit dieser riesigen Resonanz hätte weder die Redaktion noch der Zoo gerechnet, und die Auswahl eines passenden Namens fiel nicht ganz leicht. Die Raubtierpfleger Viola Wächter und Michael Schwan, die ja täglich mit dem Tier umgehen und deren Stimmen deswegen besonderes Gewicht hatten, und Zoodirektor Dr. Jens-Ove Heckel entschieden sich letztlich für den Namen NINOSHKA. „Dieser Name klingt sehr hübsch, passt zu dieser wunderschönen und grazilen Katze und lässt sich gut rufen“ so Zoodirektor Heckel zu den Kriterien für die Auswahl. Den Ausschlag hat aber die deutsche Bedeutung des Namens, „Feuer“ und „Kleines Mädchen“, gegeben. „Die Katze ist ja deutlich kleiner als der Kater IGOR, und sie hat sich in der Eingewöhnungszeit meist eher schüchtern verhalten. Andererseits hat die junge Dame uns aber auch schon gezeigt, dass sie ordentlich „Feuer hat“ wenn ihr etwas nicht passt“, sagt der Zoodirektor weiter. Während Igor bereits nach wenigen Tagen zu einem sehr freundlich-interessierten Verhältnis zu seinen neuen Pflegern gefunden hatte, fiel Ninoshka die Eingewöhnung bisher etwas schwerer, und sie zeigte sich vor allem gegenüber fremden Personen am Gitter zunächst irritiert. Aufgrund dessen verzögerte sich auch die Eingewöhnung der Beiden ein wenig. Aber das Wohlbefinden der Tiere geht natürlich vor, und so wird Ninoshka ihre Zeit zur Akklimatisierung gelassen. Am 9. Februar war es dann erst mal für Igor soweit: Zunächst erkundete er alleine die insgesamt 7.000 m2 große, ehemalige Braunbärenanlage an der Landauer Fortmauer. Mit großer Spannung wurde dieser erste Ausflug von Tierpflegern und Zooleitung verfolgt. Igor betrat die Anlage zunächst ohne Zögern in seiner inzwischen gewohnt gelassen-neugierigen Art. Die vielen neuen Eindrücke und fremden Gerüche ließen ihn dann allerdings zwischen Neugier und Unsicherheit schwanken, und er zog sich zwischenzeitlich immer mal wieder in sein inzwischen vertrautes Vorgehege zurück. „Das ist ein sehr gutes Zeichen“, sagt Zoodirektor Dr. Heckel, „es zeigt uns, dass er Schlafbox und Vorgehege als sicheren Rückzugsort anerkennt und sich dort wohlfühlt.“ Nach einem etwa halbstündigen Streifzug zog sich Igor erst einmal wieder zurück in sein Strohbett, um die morgendliche Aufregung „zu verdauen“. Vorgehege und Box werden ihm in der nächsten Zeit tagsüber noch offen stehen, aber die Chancen für unsere Besucher stehen gut, ihn bei der Inbesitznahme seines neuen Reviers zu beobachten.
Aktualisiert (Mittwoch, 23. November 2011 um 15:25)


