Überraschend und sehr erfreulich: Am 29. Juli fanden die Tierpfleger bei der Nachmittagsfütterung ein frisch geborenes, quicklebendiges Jungtier bei den Palawan-Stachelschweinen vor. Obwohl das Pärchen hervorragend harmoniert, hatte es bis jetzt im Landauer Zoo mit der Nachzucht nicht geklappt. Die zu den Nagetieren zählenden, nur vier bis fünf Kilogramm schweren Tiere sind die kleinsten Vertreter der Eigentlichen Stachelschweine der Gattung Hystrix. In seiner Heimat, auf der philippinischen Insel Palawan und einigen vorgelagerten Inseln, leidet die Art, über die insgesamt wenig bekannt ist, unter Lebensraumverlust und der Jagd zum Fleischerwerb bzw. für den Tierhandel. Die Populationszahlen sind rückläufig, auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) wird das Palawan- oder auch Philippinen-Stachelschwein in der Kategorie „Gefährdet“ geführt. Die Art wird selten gehalten (10 Zoos in Europa, davon nur zwei in Deutschland, und ein Zoo in Nordamerika; lt. Zoological Information Management System ZIMS) und bisher wenig gezüchtet. Es ist also umso erfreulicher, dass es im Zoo Landau nun geglückt ist. Abgesehen davon erfüllt natürlich jedes Jungtier eine ganz wichtige Funktion im Lebenszyklus der Elterntiere, der durch die Aufzucht wesentlich bereichert wird. Momentan wird die Familie so weit wie möglich in Ruhe gelassen, eine Geschlechtsbestimmung und Kennzeichnung wird erst nach einigen Lebensmonaten stattfinden. Beide Eltern kümmern sich vorbildlich um den Nachwuchs – als hätten sie nie etwas anderes gemacht.
Das Zooteam darf sich momentan außerdem über Nachwuchs bei den beliebten Erdmännchen freuen. Am 2. Juli kamen drei Jungtiere zur Welt, die inzwischen mit ihren Eltern und Geschwistern aus den beiden Vorjahren im Außengehege unterwegs sind und die Zoogäste entzücken. Mindestens genauso beliebt ist der Nachwuchs im Streichelzoo. Im Juli kamen fünf weitere Zwergziegen zur Welt. Die im Zoo Landau freilaufenden Pfauen, zur Zeit zwei Hennen, die Küken mit sich führen, zählen ebenfalls immer zu den attraktiven Fotomotiven. Im Vogelrevier gibt es außerdem weiteren Nachwuchs bei den Mexikanischen Stelzenläufern, im Affenhaus bei den madagassischen Dornwald-Taggeckos.
Die Pinselohrschweine und Watussirinder mussten sich in den letzten Wochen an allerhand Veränderungen gewöhnen. Zunächst kam am 15. Juli vor den Augen der Zoobesuchenden ein Watussikälbchen zur Welt. Das weibliche Jungtier ist bereits das zweite Jungtier, das die Kuh IVIE, die 2023 aus dem Tiergarten Straubing nach Landau kam, erfolgreich und mit großer Gelassenheit großzieht. Auch die „Mitbewohnerin“, Kuh AAYANA, ist an dem Kälbchen sehr interessiert und verteidigt es, wenn nötig, gegen den etwas neugierigen Pinselohrschweineber. Dieser hatte aber jüngst eher Interesse an seinem neuen Weibchen. Aus dem Zoo Wuppertal erhielt der Zoo Landau am 17. Juli eine im April 2025 dort geborene Jungsau. Zunächst war der Neuankömmling dem Eber gegenüber eher schüchtern bis misstrauisch, ganz normal für einen jungen Neuankömmling. Die Scheu hat sich aber inzwischen gelegt, und beide Tiere verstehen sich erfreulicherweise bestens!