Der Kiebitz (Vanellus vanellus) ist eine Vogelart aus der Familie der Regenpfeifer (Charadriidae). Er wird etwa taubengroß und erreicht eine Flügelspannweite von bis zu 70 cm. Sein Gefieder auf Rücken und Flügeln wirkt im Licht grün- bis violett-metallisch glänzend. Die Körperunterseite ist weiß, über die Brust verläuft ein schwarzes Band. Kennzeichnend und besonders auffallend ist die so genannte „Holle“, abstehende Federn am Hinterkopf, die beim Männchen im Brutkleid deutlich länger sind als beim Weibchen. Seinen deutschen Namen verdankt er seinem Ruf. Vor allem in der Brutzeit ist die Art sehr stimmfreudig, und sein auffälliges „kie-wit“, das als Kontaktlaut dient, ist weit zu hören. Der Kiebitz ist über weite Teile Europas verbreitet. Er ist ein Zugvogel, der in den nördlichen Gefilden zwischen Brut- und Überwinterungsgebieten pendelt, um der winterlichen Kälte und dem Nahrungsmangel zu entgehen. Im Westen des Verbreitungsgebiets ist er auch ganzjährig zu finden. Der Kiebitz ist stark bedroht. Der Rückgang geeigneten Lebensraums ist im gesamten Verbreitungsgebiet des Kiebitz das Hauptproblem. Es gibt immer weniger offenes, feuchtes Brachland und nur extensives Dauergrünland. Viele Sümpfe und Moore sind heute entwässert. Konflikte mit der Ausweitung von Windenergieanlagen und Flächenphotovoltaik in Offenlandschaften nehmen zu.
Das Kiebitzprojekt der Gesellschaft Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie (GNOR) setzt sich seit 2020 für das Überleben der einst häufigen und weithin bekannten Feldvogelart in Rheinland-Pfalz ein. Das Artenschutzprojekt umfasst seit 2024 zudem eine gemeinsame Maßnahme mit dem Zoo Landau. Hier entstand, gefördert durch Mittel aus der Aktion Grün des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums, eine Kunstbrut- und Aufzuchtstation für Kiebitze. Ziel ist es dabei, im Zoo erbrütete und aufgezogenen Kiebitze in zwei Auswilderungsbiotopen in der Vorderpfalz auszuwildern und so die kleinen verbliebenen Restpopulationen vor Ort zu stützen.
Die geborgenen Eier entstammen entweder aus verlassenen Nestern oder solchen, die in unmittelbarer Gefahr sind, zerstört zu werden. Nach 26 Tagen im Brutschrank schlüpfen die „Pulli“ – der Fachbegriff für Kiebitzküken – und werden für mehrere Wochen im Zoo intensiv und fachgerecht versorgt. Mit mindestens drei Wochen werden die Jungkiebitze zur Eingewöhnung in speziell dafür eingerichtete Volieren in den Auswilderungshabitaten überführt und dort bis zum Erlangen der vollen Flugfähigkeit weiter betreut. Schließlich werden sie in die Natur entlassen und dabei über mehrere Tage intensiv beobachtet und kontrolliert.
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